Absicherung gegen fallende Kurse: So schützt du dein Depot 

Hierzulande sind vergleichsweise wenige Menschen in Aktien investiert. Das liegt zum großen Teil an den erschreckend geringen Kenntnissen über Geldanlage, aber auch an einer weit verbreiteten Angst vor Verlusten. Zumal sich die Aktienmärkte nach dem starken Börsenjahr 2025 weiterhin auf hohem Niveau befinden. Verständlicherweise fragen sich viele Anleger, wie lange das noch gut gehen kann, nachdem der DAX zum Jahresstart 2026 die Marke von 24.600 Punkten erreicht hat.

Was vor allem Anfänger meist nicht wissen: Gegen fallende Kurse kann man sich auf unterschiedliche Weise absichern. Genauso, wie man sich als Immobilienbesitzer gegen Gebäudeschäden oder als Fahrzeughalter gegen Unfallschäden versichern kann, geht dies auch mit Aktien oder einem Aktienportfolio. Das kostet natürlich Geld, lässt einen aber auch ruhig schlafen. Deshalb möchte ich hier eine Absicherungsvariante erläutern, die sich recht einfach umsetzen lässt – durch den Kauf von Put-Optionsscheinen.

Optionsscheine sind Derivate, also aus einem Index oder einer Aktie abgeleitete Finanzinstrumente. Sie werden von Banken herausgegeben und verkauft. Damit kann man – für vergleichsweise wenig Geld – auf eine Wertentwicklung des entsprechenden Index oder einer Aktie spekulieren und auf diese Weise auch ein Aktiendepot absichern.

Ein konkretes Rechenbeispiel (Januar 2026)

Angenommen, wir haben ein Aktiendepot aus deutschen Unternehmen im Wert von 10.000 Euro und wir wollen es gegen Verluste absichern. Dafür müssen wir einige Zahlen kennen und dann eine einfache Berechnung ausführen:

  1. Depotwert durch Indexstand teilen: Wir nehmen den Depotwert (10.000 €) und teilen diesen durch den aktuellen Stand des DAX, der heute bei 24.600 Punkten steht.

    • Rechnung: 10.000 / 24.600 = 0,4065

  2. Berechnung der Stückzahl: Da DAX-Optionsscheine in der Regel ein Bezugsverhältnis von 0,01 haben (man benötigt 100 Scheine, um einen Index-Punkt abzubilden), multiplizieren wir diesen Wert mit 100.

    • Rechnung: 0,4065 x 100 = 40,65

  3. Ergebnis: Wir benötigen also gerundet 41 Put-Optionsscheine, um unser 10.000-Euro-Depot abzusichern.

Die Wahl des passenden Scheins

Für unser Beispiel nutzen wir den Put-Optionsschein der Deutschen Bank mit der WKN DH430N (ISIN: DE000DH430N1). Dieses Papier hat eine Laufzeit bis zum 18.12.2026. Der Basispreis (Strike) liegt bei 24.200 Punkten. Das bedeutet: Die Versicherung greift, sobald der DAX unter dieses Niveau fällt (also nach einem leichten Rückgang von ca. 1,6 % vom aktuellen Stand).

Die Kosten der Absicherung:

  • Briefkurs (Kaufpreis): 11,56 € pro Stück

  • Benötigte Menge: 41 Stück

  • Gesamtkosten: 41 x 11,56 € = 473,96 €

Das entspricht etwa 4,74 % unseres Depotwertes. Nun muss jeder selbst entscheiden, ob ihm diese „Beruhigungspille“ dieses Geld wert ist. Der Vorteil: Sollte der DAX bis Ende 2026 massiv einbrechen, würden die Gewinne aus diesem Optionsschein die Verluste im Depot ab dem Niveau von 24.200 Punkten nahezu vollständig ausgleichen.

Die günstigere Alternative: Wer nur einen „Katastrophenschutz“ möchte (Absicherung erst bei einem Crash von z. B. 20 %), wählt einen Schein mit einem deutlich tieferen Basispreis (z. B. 19.000 Punkte). Ein solcher Schein kostet nur einen Bruchteil (oft unter 1 % des Depotwertes), schützt aber eben nicht vor kleineren oder mittleren Korrekturen.

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