Geld verdienen mit Nichtstun

Warren Buffet kennen die meisten Menschen, die sich mit Investieren beschäftigen. Als „Value-Investor“ investiert er mit seiner Holding Berkshire Hathaway in solide und günstig bewertete Aktien und schlägt damit seit Jahrzehnten in der Regel den Gesamtmarkt. Doch nur wenige kennen eine seiner genialsten Strategien: Geldverdienen mit Nichtstun! Wie das funktioniert und auch wir als Kleinanleger davon im wahrsten Sinne des Wortes profitieren können, will ich gerne erklären.

„Nichtstun“ ist natürlich nicht wörtlich zu nehmen, aber schon ziemlich nah dran. Buffet’s Strategie ist eine von vielen Optionsstrategien, die sich clevere Anleger zunutze machen: der Verkauf von Put-Optionen. Im Kern geht es dabei darum, die Zeit totzuschlagen und währenddessen zu hoffen, dass eine bestimmte Aktie im Kurs nicht unter einen selbst gewählten Preis fällt. Diese Wartezeit lässt man sich mit einer Prämie bezahlen, die man einstreicht. Klingt etwas seltsam, aber es funktioniert – und zwar so:

Zunächst wählt man eine Aktie (Unternehmen) aus, die man prinzipiell gerne besitzen würde – aber deren Preis man momentan als zu hoch empfindet. Nehmen wir als willkürliches Beispiel einfach mal Microsoft (MSFT). Der Aktienkurs liegt momentan bei rund 187 Dollar. Sagen wir mal, wir wären bereit, die MSFT-Aktie zu kaufen, wenn ihr Kurs um einen bestimmten Betrag gefallen, also billiger geworden ist.  Bis es weit ist, wollen wir uns die Wartezeit bezahlen lassen – also durch Nichtstun Geld verdienen. Das ist doch clever, oder?

Nehmen wir an, wir würden MSFT-Aktien kaufen, wenn ihr Preis auf 170 Dollar (um 10 Prozent) gefallen ist. Hierfür verkaufen wir eine 170er Put-Option auf Microsoft mit Laufzeit bis zum 19. Juni 2020, also rund fünf Wochen. Der Verkauf bringt uns – Stand heute – eine Prämie von 211 Dollar ein. Im Gegenzug verpflichten wir uns dazu, am 20. Juni 100 MSFT-Aktien (weil eine Option immer für 100 Aktien steht) zum Preis von 170 Dollar zu kaufen – vorausgesetzt, der Kurs steht dann bei 170 Dollar oder darunter.

Welche Szenarien sind  nun denkbar?
1.) Liegt er Microsoft-Aktienkurs am 20. Juni 2020 über 170,00 Dollar, verfällt die von uns verkaufte Option wertlos, und wir können die 211 Dollar Prämie als Gewinn verbuchen. Das ist der angesprochene Gewinn durch „Nichtstun“! Daraufhin verkaufen wir eine weitere Put-Option mit einer Laufzeit von ein paar Wochen und kassieren wieder eine solche Prämie. Und so weiter und so weiter. Solange MSFT steigt, kassieren wir im Monatsrhythmus einfach unsere Prämie.
2.) Liegt der MSFT-Aktienkurs am 20. Juni unter 170 Dollar, sind wir zur Abnahme von 100 MSFT-Aktien verpflichtet. Dann haben wir aber aufgrund der Prämieneinnahme von 211 Dollar netto nur 167,89 Dollar pro Aktie bezahlt.

Dieses Prinzip funktioniert mit allen Aktien, auf die man Optionen schreiben kann. Auf Barchart kann man sich diese Aktien sowie die Laufzeiten und Optionspreise heraussuchen. Voraussetzung ist, dass man ein Brokerkonto hat und über die Erlaubnis verfügt, mit Optionen handeln zu dürfen (das kann man beim Eröffnen des Kontos festlegen).

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